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Padinas Forum zur Lyrik » Gedichtformen » Definition des Haikus entwickeln


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Autor Beitrag
Padina

SternSternSternSternSternSternSternSternSternStern


Herkunft: Göttingen
Dabei seit: 04.04.2005

Verfasst am:
25.04.2005 14:08
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Liebe Lyrikfreundinnen
liebe Lyrikfreunde


Definition des Haikus
Der Haiku ist ein dreiversiges Silbengedicht. Der erste Vers besteht aus 5 Silben, der zweite aus 7 Silben und der dritte aus 5 Silben.


Die folgende Definition beschreibt sicher nicht vollständig, was ein Haiku ist. In diesem Thread soll eine möglichst kurze und zutreffende Definition für den Haiku (maskulinum?) entwickelt werden. Dazu braucht es ihre Mithilfe:
1. Kopieren die die vorherige Definition in Ihr Posting.
2. Erstellen Sie eine verbesserte Definition.
3. Begründen Sie Ihre Änderungen.
Ziel: In höchsten 7 Sätzen soll der Haiku kurz und Knapp definiert werden.

Hier finden Sie noch zwei einführende Hinweise zur Haiku-Theorie:
1. Haiku Geschichte
2. Aufsätze zu Haikus

Mit lyrischen Grüßen
Ihr
Dieter Porth (Padina)

P.S. 1. Korrektur am 12.5.2005 wegen eines Rechtschreibfehlers.
Padina

SternSternSternSternSternSternSternSternSternStern


Herkunft: Göttingen
Dabei seit: 04.04.2005

Verfasst am:
09.05.2005 19:32
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Liebe Leser,

beim Schreiben des Themas müssen mir die Links abhanden gekommen sein. Diese habe ich beigefügt.

Von einem Haiku-Schreiber wurde ich darauf hingewiesen, dass heutige moderne Haiku-Dichtung das strenge 5-7-5-Schema abgelegt hat. Auf meinen Hinweis hin, dass dadurch zum Beispiel das wohlklingende metrische Schema

Anapäst/ Jambus
Anapäst / Jambus / Jambus
Anapäst / Jambus

^^_^_
^^_^_^_
^^_^_


zerstört wird, erhielt ich fvon Herrn Hans-Peter Kraus die folgende, ehrliche Antwort:
"...
Ihr Gedanke, mehr auf betonte Silben zu achten, ist sicher gut, hat sich
aber bisher nicht durchgesetzt. Klangvolle Haiku sind die Ausnahme, meist
kommen sie eher prosaisch daher. Das liegt einmal an der inhaltlichen
Betonung, die das Haiku im Westen hat, aber mit Sicherheit auch an der
fehlenden sprachlichen Schulung derjenigen, die Haiku schreiben - mich
eingeschlossen.
..."


Mit lyrischen Grüßen
Ihr
Dieter Porth (Padina)

P.S.
^ meint eine unbetonte Silbe
_ meint eine betonte Silbe


P.P.S. 1. Korrektur am 12.5. - Nachtrag des Namens beim Zitat.
Padina

SternSternSternSternSternSternSternSternSternStern


Herkunft: Göttingen
Dabei seit: 04.04.2005

Verfasst am:
13.05.2005 00:30
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Sehr geehrter Herr Kraus,

Vielen Dank für den Hinweis darauf, dass ein Haiku nur aus einem Vers besteht. Diese Definition wird auch bei Wikipedia verwendet:

indem ich ...
Auch das Haiku lebt davon, dass sich der Dichter in einem einzigen Vers zu drei Wortgruppen à fünf, sieben und fünf japanischen Lautsilben darauf beschränkt, dem Leser einen einzigen sinnlich wahrnehmbaren Augenblick unmittelbar hinzustellen, ohne Titel, ohne Kommentar, ohne verschlüsselnde Sprache, ohne die Unmittelbarkeit störende Metaphern oder Vergleiche. Dem Leser ist es dann überlassen, den dargestellten Augenblick nachzuvollziehen und zum inneren Anlass des Verses zu finden.
...


Ich habe angesichts der modernen Dichtung, die oft jegliches Versmaß ignoriert, den Begriff Vers immer nur im Sinne eines Strukturelements verwendet. Mit jedem Zeilenumbruch endet für mich im deutschen moderne Gedicht ein Vers. Entsprechend sehe ich in dem Beispiel

fünf Silben schaffen
sieben Silben verlassen
um abzuschlaffen

drei Verse. Ich sehe in der üblichen deutschen Darstellung drei Verse, die sogar aus sprecherischer Sicht sinnvoll sind, da mit jedem Versende eine Sprechpause vorgegeben wird. Ich bin unschlüssig, wie man ohne das Kriterium des Zeilenumbruchs und angesichts der modernen Dichtung sonst den Vers sinnvoll definieren will. Auch bei Wikipedia ist übrigens die Verszählung beim Haiku uneindeutig:
Das Senryū (jap. 川柳 ) ist eine dem Haiku sehr ähnliche japanische Gedichtform. Während das Haiku aber mehr der Natur zugewandt ist, befasst sich das Senryū mehr mit dem Persönlichen, dem Emotionalen. Wie ein Haiku hat auch das Senryū drei Verse mit traditionell fünf, sieben und fünf Silben.


Mit lyrischen Grüßen
Ihr
Dieter Porth


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