geändert am 8.4.2005 - Version Nr.: 1. 3
Anakoluth (Gedankensprung)
Eine semantische Satzkonstruktion wird nicht richtig fortgesetzt, weil die Gedanken mitten im Satz eine andere Richtung nehmen. (Beispiel: Sie schlägt, die Rüstung ihm vom Leibe reißend, / Den Zahn schlägt sie in seine weiße Brust ...)
Anapher
Dies meint die Wiederholung syntaktisch beherrschender Wörter, wie zum
Beispiel in "Wie flog, was rund der Mond beschien / wie flog es in die Ferne
..."
Ballade
Die Ballade ist ein erzählendes Gedicht. Meist ist es düster gestimmt und
sprunghaft. Oft wird die Dialogform gewählt.
Die Blütezeit der deutschen Volksballade liegt etwa zwischen 1250 und 1450 mit
Stoffen aus Epik, Geschichte und Erzählgut. Später wurden auch andere Themen mit
einbezogen.
Bild
In der Literaturkritik fasst man unter dem Begriff Bild alle bildlichen und bildhaften Ausdrucksweisen.
Häufig wird auch der Begriff Metapher verwendet.
Ellipse (Parataxe)
Eine Ellipse ist eine verkürzte Rede, in der die Aussage auf die wichtigsten Satzteile reduziert
ist. Ein Beispiel ist der Ausruf: "Eine schöne Geschichte!" Die Ellipse
ist ein Spezialfall der Parataxe.
Epanalepse
Damit ist die Wiederholung eines Wortes oder einer Wortgruppe am Anfang des
Satzes gemeint.
Epipher
Damit ist die Wiederholung des gleichen Wortes am Ende von Wortgruppen, Sätzen oder
Perioden gemeint. Beispiele sind: "Oh Mutter! Was ist Seligkeit? / Oh Mutter! Was ist Hölle / Bei ihm, bei ihm ist Seligkeit / Und ohne Wilhelm Hölle!"
Epos
Für die Römer war das Epos ein Medium zur nationalen Selbstdarstellung. Heute
wird darunter meist die lyrische Verherrlichung eines Tatbestandes oder einer
Person verstanden (Heldenepos).
Euphemismus
Etwas Schreckliches oder Feindliches wird gegenteilig bezeichnet.
Der Euphemismus ist der Anti-Vergleich, wie der Ausdruck "Kap der guten
Hoffnung" zeigt.
Idyll
Ein Idyll ist ein kleines episches oder dialogisches Gedicht, welches inhaltlich die ländliche
Einfachheit, einen idealen unschuldsvollen Zustand lobpreist. Unter Theokrit
(antikes Griechenland)
wurde das Idyll zur eigenen Literaturgattung.
Katachrese (Bildbruch)
Damit bezeichnet man die Verwendung eines nicht passenden, fehlerhaften
oder fremden Ausdrucks. Beispiele sind die "gepflückten
Kartoffeln", die "laute Tränen" oder auch das "welke
Licht".
Lehrgedicht
Ein Gedicht, das auf angenehme und unterhaltende Weise belehren will und dabei an
keine bestimmte poetische Form gebunden ist, nennt sich allgemein Lehrgedicht. In der griechischen und römischen
Antike wurden bestimmte Wissensbereiche in poetischer Form vorgetragen (so z.B.
De rerum natura von Lukrez, Georgica von Virgil und die Ars poetica von Horaz).
Die Lehrdichtung des Mittelalters ist reich an praktischen und moralischen
Hinweisen.
Litotes (doppelte Verneinung)
Etwas Positives wird durch die Verneinung des Gegenteils ausgedrückt,
wie zum Beispiel im Ausruf: "Wir haben nicht wenig gelacht!"
Metapher
Die Metapher ist ein wichtigste uneigentliche Sprachform. In ihr wird ein bestimmter Begriff in einen ursprünglich fremden Bedeutungsbereich übertragen.
Dieses Stilmittel findet sich zum Beispiel in den Ausdrücken wie "das Meer des
Lebens" oder "der Strom des Lichts". -> siehe Bild.
Metonymie (pars pro toto)
Hier steht steht das Besondere für das Allgemeine, wenn mit dem "Herd" für Haus und
Familie oder mit dem "weißes Haar" für das
Alter beschrieben wird.
Oxymoron
Verbindung zweier sich ausschließender Vorstellungen wie
die "bittere Süße" oder die "schwarze Milch der Frühe". Das
Stilmittel findet sich oft in bildhaften Vergleichen.
Parallelismus
Unter dem Parallelismus versteht man die klare Gleichordnung von
Satzkonstruktionen. Beispiel ist: "Heiß ist die Liebe, kalt ist der Schnee."
Parataxe (Ellipse)
Eine Ellipse ist eine verkürzte Rede, in der die Aussage auf die wichtigsten Satzteile reduziert
ist. Ein Beispiel ist der Ausruf: "Eine schöne Geschichte!" Die Ellipse
ist ein Spezialfall der Parataxe.
Personifikation
Bei dem Mittel der Personifikation stellt man Dingen oder Abstrakta als Personen
dar, wie zum Beispiel in "Der Winter ist ein rechter
Mann."
Perspektive
Die Perspektive ist der Standort des Erzählers, von dem aus ein Geschehen geschildert wird. Ein
oft eingenommene Perspektive ist das Gedicht-Ich oder der Erzähler.
Symbol
In einem konkreten Gegenstand ("Kreuz, Ring") wird ein allgemeiner Sinnzusammenhang sichtbar.
Manchmal spricht man auch von Emblem, wenn einem bestimmten Zeichen ein bestimmter Sinn zugeordnet ist.
Zum Beispiel ist die Palme ein Sinnbild der Treue. Spezielle Symbolformen sind Synekdoche und Metonymie (pars pro toto):
Im letzteren Fall steht das Besondere für das Allgemeine, wenn mit dem "Herd" für Haus und
Familie oder mit dem "weißes Haar" für das
Alter beschrieben wird. Beim erstgenannten Begriff steht umgekehrt das Allgemein
für das Besondere, wenn zum Beispiel das "Sterbliche" den Menschen
symbolisiert.
Synästhesie
In einem Ausdruck verschmelzen mehrere Sinneseindrücke,
wie zum Beispiel in folgenden Versen: "Durch die Nacht, die mich umfangen / blickt zu mir der Töne Licht
..."
Synekdoche
Hier steht das Allgemein für das Besondere, wenn zum Beispiel das "Sterbliche" den Menschen
symbolisiert.
Topos
Topi sind "feste Cliche's oder Denk- und Ausdrucksschemata" (R. Curtius),
die aus der antiken Literatur übernommen wurden. Ein Beispiel ist der "locus amoenus",
der als fertige Landschaftsszenerie eine Idylle mit Wiesen, Wald, Quellen und
Vogelsang umfasst. Die japanische Lyrik kennt strenger sogar die real
existierenden uta-makura-Orte, die immer wieder von Dichtern beschrieben
werden.
Umschreibung
Der eigentliche Gegenstand oder Sachverhalt muss über einen Umweg erschlossen werden.
Ein Beispiel ist der Vers: "Als sie ihn sah, fühlte sie die Hand Amors
..."
Verdinglichung
Bei diesem Mittel werden abstrakte Begriffe oder Themen mit Ausdrücken beschrieben, die der
Leser sich vorstellen oder anfassen kann. Durch das Verdinglichen entstehen
Symbole oder Chiffren. "Die Schale des Schreckens", "die wachsende
Angst" oder "die befleckte Ehre" sind Beispiele für die
Verdinglichung.
Vergleich
Eine Sache wird mit einer anderen verglichen: "Fest wie ein Baum stand er."
Spezielle Formen sind
- Euphemismus: Etwas Schreckliches oder Feindliches wird gegenteilig bezeichnet.
Der Euphemismus ist der Anti-Vergleich, wie der Ausdruck "Kap der guten
Hoffnung" zeigt.
- Oxymoron: Verbindung zweier sich ausschließender Vorstellungen wie
die "bittere Süße" oder die "schwarze Milch der Frühe". Das
Stilmittel findet sich oft in bildhaften Vergleichen.
Verwirren
Eine Sache aus seinem gewohnten Schema heraus reißen. Hierbei gibt es
verschiedene Formen, wie ein Dichter Verwirrung stiften kann:
- Anakoluth (Gedankensprung): Eine semantische Satzkonstruktion wird nicht richtig fortgesetzt, weil die Gedanken mitten im Satz eine andere Richtung nehmen. (Beispiel: Sie schlägt, die Rüstung ihm vom Leibe reißend, / Den Zahn schlägt sie in seine weiße Brust ...)
- Katachrese (Bildbruch): Verwendung eines nicht passenden,
fehlerhaften oder fremden Ausdrucks. Beispiel sind die "gepflückten
Kartoffeln", die "laute Tränen" oder auch das "welke Licht".
- Litotes (doppelte Verneinung): Etwas Positives wird durch die Verneinung des Gegenteils ausgedrückt,
wie zum Beispiel im Ausruf: "Wir haben nicht wenig gelacht!"
- Zeugma: Ein Verb beherrscht mehrere gleichgeordnete, aber nicht gleichartige Objekte bzw. Sätze.
Ein Beispiel ist der folgende Satz: "Als Viktor zu Joachime kam, hatte sie Kopfschmerzen und Putzjungfrauen bei
sich."
Werben / Wiederholen
Dies ist kein stehender Fachbegriff. Er soll nur die verschiedenen
Stilmittel zusammenfassen, wie ein Dichter versuchen kann, seine Kernideen oder
seine Ideale zu transportieren. Hier folgt eine kleine Auflistung der
Werbeformen.
- Anapher: Wiederholung syntaktisch beherrschender Wörter, wie zum
Beispiel in "Wie flog, was rund der Mond beschien / wie flog es in die Ferne
..."
- Epanalepse: Wiederholung eines Wortes oder einer Wortgruppe am Anfang des Satzes.
- Epipher: Wiederholung des gleichen Wortes am Ende von Wortgruppen, Sätzen oder
Perioden, wie zum Beispiel: "Oh Mutter! Was ist Seligkeit? / Oh Mutter! Was ist Hölle / Bei ihm, bei ihm ist Seligkeit / Und ohne Wilhelm Hölle!"
- Parallelismus: Klare Gleichordnung von Satzkonstruktionen, wie zum
Beispiel: "Heiß ist die Liebe, kalt ist der Schnee."
Zeugma
Ein Verb beherrscht mehrere gleichgeordnete, aber nicht gleichartige Objekte bzw. Sätze.
Ein Beispiel ist der folgende Satz: "Als Viktor zu Joachime kam, hatte sie Kopfschmerzen und Putzjungfrauen bei
sich."