geändert am 8.4.2005 - Version Nr.: 1. 3
Reimstellung
Die Reimstellung beschreibt die relative Annordnung mehrerer Reime innerhalb
eines Gedichts. Gängige Reimstellungen sind:
- Reimpaar: aa bb cc ...
- Kreuzreim: abab cdcd
- verschränkter Reim: abba (innerhalb von 4 Versen)
- Schweifreim: aabccb (innerhalb von 6 Versen)
==> Gedichtformen mit bestimmten Reimstellungen
Ghasel
Ein Ghasel (von arab.: ghasai, Gespinst) ist ein lyrisches Gedicht aus dem
Kulturkreis der Inder, Perser und Türken. Es besteht aus zweizeiligen Strophen,
deren zweiter Vers immer den in der ersten Strophe angewandten Reim hat
(Reimstellung aa, ba, ca, da,..).
Knittelverse
Paarweise reimende, vierhebige deutsche Verse. Beim freien Knittelvers sind die
Senkungen unregelmäßig gefällt, beim strengen sind sie einsilbig.
Limerick
ist ein einstrophiges Gedicht mit fünf Verse in der Reimfolge AABBA, wobei
gemäß Edward Lear sich jeder A-Vers aus drei Anapästen und jeder B-Vers aus
zwei Anapästen zusammen setzen sollte. Oft haben die Limerick anzüglichen oder
humoristischen Inhalt und regionale Bezüge.
Stanze
aus Italien stammende Strophenform aus 8 Versen mit durchgehend weiblichen
Endreimen. Schema ab, ab, ab, cc. Seit der Renaissance wird die Stanze besonders
in epischer Dichtung verwendet. Eine Stanze mit dem Schema ab,ab,ab,ab wird
Siziliane genannt. Lord Byron und Edmund Spenser verwendeten die Reimstellung
ab, ab, bc, bc mit einem neunten auf c reimenden Sechsheber.
Sonett
Ursprünglich "Klanggedicht", in Italien entstanden mit 14
Versen in
zwei Teilen, von denen der erste aus zwei Strophen von je vier Versen, der
zweite aus zwei Strophen von je drei Versen besteht. Die ersten beiden Strophen
haben das Reimschema des Kreuzreims oder des Paarreims. Die letzten beiden
Strophen bilden einen Schweifreim.